Unser Vereinsleben ist ein Mosaikbild.

Zeitungsberichte über unseren  Verein

 


 

 

09.12.2013 Adana Zeitung

 

Almanya'nın Wertheim şehri ile Adana'nın Yumurtalık ilçesi kardeş şehir oldu.
Kardeş şehir protokolü nedeniyle Yumurtalık'a gelen Wertheim Belediye Başkanı ve beraberindeki heyet, Adana Havalimanında Yumurtalık Belediye Koordinatörü Ömer...

 
Almanya'nın Wertheim şehri ile Adana'nın Yumurtalık ilçesi kardeş şehir oldu.

Kardeş şehir protokolü nedeniyle Yumurtalık'a gelen Wertheim Belediye Başkanı ve beraberindeki heyet, Adana Havalimanında Yumurtalık Belediye Koordinatörü Ömer Faruk Yıldız tarafından karşılandı. Yumurtalık Belediye Başkanlığı salonunda gerçekleşen programda ise Yumurtalık Belediye Başkanı Turgut Erişmen konuk Belediye Başkanı Stefan Milkulicz, Başkan Yardımcısı Bayan Lena Hildenbrand ve Sekreter Manuela Erbacher'e ilçenin tarihi ve beşeri konularda bilgiler aktardı.

Başkan Erişmen, "Cumhuriyetimizin kuruluşundan bu yana Almanya ve Türkiye arasında yapılan kültürel işbirliğine bu tür ziyaretlerin ivme kazandırması ve iki ülke arasında yaşanan farkındalıkların ortadan kaldırılması anlamında milletlerin birbirlerini yakından tanıması sağlanmaktadır. Gerek hükümetler, gerekse belediyeler bireylerin oluşturduğu birer çatıdır. Almanya ile NATO Paktına ortak, üyeyiz. Oralarda 50 yıldır gurbetçi kardeşlerimiz Alman ekonomisine katkıda bulunuyorlar. Almanya ile uzun yıllara dayanan dostane ilişkilerimiz vardır. Yabancı konuklarımızı en iyi bir şekilde Yumurtalık'ta ağırlamak için tüm hazırlıklarımızı yaptık" dedi.

Wertheim Şehri Belediye Başkanı Stefan Mikulicz ise "Kardeş şehir olmamızın yanında en önemlisi dil öğrenmedir. Karşılıklı birbirlerimizi iyi tanıyabilmemiz ve anlayabilmemiz için dil öğreniminin yapılması lazımdır. Bizim Wertheim şehrimizde dil öğreten ortaokul düzeyinde okullar vardır. Bir proje çalışması yaparak özellikle fen Lise öğrencilerinizden her yıl birkaç kişiyi şehrimize davet ederek dil sorununu çözebiliriz" dedi.

Konuk Belediye başkanı ayrıca, ülkeler ve ilçeler arasında dostluğun arttırılması için karşılıklı ziyaretlerin yapılmasının altını çizdi. - ADANA

 


Kontakte mit Yumurtalik

 

Wertheim. Die Stadt Wertheim streckt ihre Fühler in die Türkei aus. Der Ausschuss für Finanzen, Verwaltung, Kultur, Soziales und Schulen begrüßte am Donnerstag, gegen die Stimme von Reimund Klein (FDP), das Vorhaben, mit Yumurtalik Kontakte zu knüpfen und die Einladung zu einem Informationsbesuch anzunehmen.

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Nachdem Oberbürgermeister Stefan Mikulicz kurz rekapituliert hatte, wie es zu dem Vorhaben kam und warum die Wahl auf Yumutalik, einen Badeort im Süden der Türkei (wir berichteten) fiel, meinte CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Bernd Kober, dies sei "ein Tagesordnungspunkt, dem man eigentlich nur zustimmen kann", gerade auch in Zeiten, in denen davon geredet werde, die Türkei in Europa zu integrieren. Allerdings mache unter anderem die sprachliche Hürde eine mögliche Partnerschaft nicht einfach. Auch liege die Stadt "nicht gerade um die Ecke".

Zur Sprachbarriere meinte der OB, "das Schöne ist, dass wir in Wertheim Bürger haben, die die Sprache beherrschen und die Brücken bauen wollen".

 

Wertheim sei eine Stadt der Partnerschaften, so SPD-Fraktionsvorsitzender Patrick Schönig. Wie sich die Verbindungen gestalteten, hänge aber sehr stark vom Engagement der Menschen ab. Das Vorgehen, wie es nun skizziert werde, sei richtig. "Ich bin durchaus optimistisch, dass das ein weiterer schöner Mosaikstein werden kann."

Er sehe das "nicht so euphorisch", machte Reimund Klein dagegen aus seiner Ablehnung keinen Hehl. Schon in den seit langem bestehenden Partnerschaften gebe es Probleme. Eine Partnerschaft mit einer Stadt in der Türkei sei "völlig unnötig" und habe keine Zukunft. "Lasst uns lieber in Wertheim gemeinsam etwas mit den Türken machen", sagte Klein.

Dagegen wertete Dr. Andrea Braun die Kontaktaufnahme als "positiv und überfällig". OB Mikulicz erklärte, im Augenblick stehe die Unterzeichnung eines Partnerschaftsvertrages nicht auf der Tagesordnung.

Der Vorsitzende des deutsch-türkischen Bildungs- und Dialogvereins "Mosaik Wertheim", Levent Akbulut, erläuterte unter anderem, dass in das Vorhaben auch der Islamische Verein und der türkische Sportclub einbezogen seien. In einem Gespräch mit dem Oberbürgermeister seien die Idee besprochen und Kriterien für die Auswahl einer möglichen Partnerstadt erarbeitet worden.

Wie der Verwaltungsvorlage zu entnehmen ist, stieß die Idee in Yumurtalik, einer von drei in Frage kommenden Städte, auf großes Interesse, was sich in der Zwischenzeit auch durch ein offizielles Schreiben des dortigen Oberbürgermeisters und einen Beschluss des Gemeinderates manifestiert. Es gibt auch bereits eine Einladung zu einem ersten Informationsbesuch.

Manfred Busch (CDU) forderte im weiteren Verlauf der Diskussion, man dürfe bei einer Ausweitung der Partnerschaftsaktivitäten nicht vergessen, "bei den Haushaltsberatungen den entsprechenden Topf zu füllen". ek

 

 

 


 

 

 Fränkische Nachrichten

 

 

 

Bronnbach. Am Schluss hatte der Referent mit leichtem Lächeln noch einen wohlmeinenden Rat für alle diejenigen, die gerne abfällig denken und reden über Türken, ihr Verhältnis zu Deutschland oder ihr Streben in die Europäische Union. "Man sollte sich zur Vorsicht erst einmal den eigenen Stammbaum genauer anschauen, ob es da nicht einen türkischen Ahnen gibt." Dass und warum dies möglich ist, hatte Professor Dr. Hartmut Heller zuvor kenntnis- und detailreich in einem knapp eineinhalbstündigen Referat im Vortragssaal des Archivverbundes Main-Tauber dargelegt.

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Dazu nahm er seine zahlreichen Zuhörer mit auf eine Reise zurück vornehmlich in das 16. und 17. Jahrhundert. Es war die Zeit der "Türkenkriege", in deren Folge die Menschen in das Deutsche Reich kamen, für die Heller den Begriff "Beutetürken" prägte.

Bevor er erläuterte, um wen es sich dabei handelte, und sich mit einzelnen Lebensläufen beschäftigte, freute sich die Leiterin des Archivverbundes, Dr. Monika Schaupp, in ihrer Begrüßung "über die für uns neue Kooperation" mit dem deutsch-türkischen Bildungs- und Dialogverein "Mosaik-Wertheim", mit dem, sowie mit der Stadt, man diese Veranstaltung organisiert hatte. Auch in Wertheim habe es "Beutetürken" gegeben, so Schaupp. Man wisse von deren drei, die 1687, 1689 und 1691 getauft worden seien, wobei in zwei Fällen Mitglieder des Hauses Löwenstein-Wertheim-Rochefort und in einem hohe Beamte als Taufpaten fungiert hätten. Das Kirchenbuch der Pfarrei St. Venantius ist als Leihgabe Teil der, ansonsten aus eigenen Beständen des Archivverbundes zusammengestellten kleinen Kabinettausstellung zu den "Türkenkriegen", auf die Schaupp besonders hinwies.

 

Wertheimer Fälle

"Ich hätte nie gedacht, dass es hier so viele Anknüpfungspunkte zu dem Thema geben würde", so Dr. Heller, nachdem zunächst der "Mosaik-Verein" und er näher vorgestellt worden waren. "Die Wertheimer Fälle sind repräsentativ, sie passen in die Gesamtentwicklung", sagte er. Ihn beschäftige die Thematik seit mehr als 30 Jahren, informierte der Redner. Heute sei es fast vergessen, dass bereits vor 300 bis 500 Jahren eine "erste Welle" von Türken nach Deutschland gekommen sei.

Ausführlich befasste sich Heller mit den kriegerischen Auseinandersetzungen mit dem Osmanischen Reich, von der Eroberung Konstantinopels 1453 und den folgenden "Siegeszug des Halbmondes", bis zum Scheitern der Belagerung Wiens 1683, mit dem sich das Kriegsglück der Osmanen wendete. An den Fronten sei von beiden Seiten im Namen der jeweiligen Religion mit gnadenloser Grausamkeit gekämpft worden, so der Referent. Gefangene, die zu Sklaven gemacht worden seien, habe es hier wie dort gegeben.

Dann kam Heller auf sein eigentliches Thema zu sprechen, das er mit der Frage einleitete, ob die nicht Getöteten, sondern "nur" Verschleppten wirklich Glück gehabt hätten. Die von ihm selbst später so genannten "Beutetürken" hätten kaum sichtbare Spuren hinterlassen, "man begegnet ihnen nicht so leicht". Material habe er "oft auf dem Weg des Zufalls gefunden", seitdem er, als erster Wissenschaftler zumindest auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland, mit systematischer Forschung begonnen habe. Über 700 Fälle hat er schließlich bis heute herausgearbeitet, "das sind nicht wenige", um sich dann einigen Beispielen zu widmen, "rudimentäre Biografien", basierend auf nackten Fakten, denn "die innere Seite" bleibe in der Regel vollständig verborgen. Man erfahre nichts über die Gefühle der Verschleppten. Es lasse sich auch nicht sagen, ob alle Betroffenen tatsächlich Türken gewesen seien. Es waren Angehörige des Osmanischen Reiches und alle Muslime.

Über die Motive für den Menschenraub könne man nur spekulieren. Es könne Rache gewesen sein, aber auch das Spekulieren auf Lösegeld, die Aussicht auf billige Arbeitskräfte, in dem einen oder anderen Fall vielleicht auch Mitleid mit verwaisten Kindern, oder die Absicht, "dem Islam Seelen zu entreißen". Eine Rolle gespielt haben dürfte laut Heller auch der Wunsch, eine "Trophäe" als Beute mit nach Hause zu bringen und der zunehmend in Mode kommende "Exotismus".

Der Redner befasste sich dann mit dem Integrationsprozess der "Beutetürken", der sich zunächst über das Erlernen der ihnen unbekannten Sprache vollzog. "Verständigungsprobleme scheinen den Eingliederungsprozess nur wenig behindert zu haben."

Mit Bibel-, Katechismus- und Gesangbuchunterricht seien die "Ungläubigen" vor allem auf die Taufe vorbereitet worden, die man wie selbstverständlich von ihnen erwartet habe, wobei manche Standesherrschaften weniger, andere mehr Geduld zeigten. Die sogenannten "Türkentaufen" seien von der Obrigkeit meist mit großem Aufwand inszeniert worden, ihre besondere Bedeutung deutlich machend. Einer Predigt folgte in der Regel ein "Taufexamen", und bei der Einsegnung erhielten die Täuflinge einen neuen Namen "und damit gleichsam eine neue Identität".

Damit "tauchten" die "neuen Deutschen" in die Gesellschaft ein, heirateten, bekamen Kinder. Nicht wenige seien im Haushalt ihrer bisherigen Besitzer geblieben, andere "wagten sich in die freie Wirtschaft". Als ein Beispiel nannte Heller Nikolaus Strauß, der in Würzburg das erste Kaffeehaus Deutschlands gegründet habe.

Kein Lehrstück

Die Integration der einstigen "Beutetürken" sei "kein Lehrstück für die Probleme der Gegenwart", dazu sei die Zahl derer, die nicht freiwillig nach Deutschland gekommen waren, doch zu klein. Die Taufe habe absolute Gleichheit hergestellt, sie sei aber auch der Moment des völligen Identitätswechsels gewesen. "Heute erscheint es unzumutbar und anachronistisch, sich die Integration durch den Übertritt zum Christentum erkaufen zu müssen."

Schon zu Beginn des Vortrages hatte Heller die "scheinheilige Abgrenzung zwischen christlichem Abendland und dem Islam" kritisiert und darauf hingewiesen, dass es, erstmals im historischen Vergleich, eine Form der Rückwanderung gebildeter und gut ausgebildeter Türken gebe. "Diese Intelligenz wird uns fehlen." ek

 


Fränkische Nachrichten

 

 

Wertheim. Die extra aufgestellten Kinderbänke in den ersten drei Sitzreihen konnten die kleinen Zuschauer am Samstagnachmittag beim Internationalen Kinderfest in der Main-Tauber-Halle nicht zufriedenstellen: Neugierig liefen die Kleinen direkt an die Bühne heran, auch wenn sie in dieser Position nur knapp einen Blick auf das Parkett erhaschen konnten, oder setzten sich gleich auf das Podium.

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Zu bestaunen gab es Tanz- und Musikgruppen verschiedener Vereine und Schulen. Auch um das Bühnenprogramm herum hatten die Kinder bei interessanten Spielstationen ihren Spaß.

Der Wertheimer Mosaik-Verein zeigte auch dieses Jahr das richtige Gespür für Attraktionen, die Kinderaugen leuchten lassen. Zum zweiten Mal veranstaltete der deutsch-türkische Verein das Kinderfest, welches auch Auftakt der diesjährigen "Integranz"-Veranstaltungsreihe in Wertheim ist. Vorstand Levent Akbulut freute sich über das wiederholte Gelingen des Festes. "Wir wünschen uns ein reibungsloses Miteinander und Füreinander", erklärte er.

 

Dass das den Wertheimer Kindern und Jugendlichen mühelos gelingt, zeigten diese bei ihren Auftritten. In Musik, Text und Tanz interpretierten die Kleinsten bis hin zu den größeren Teenagern die Themen "Integration" und "Toleranz".

Den Anfang machte der Rapper "Fatizzle", der mit dem jungen Chor des Mosaik-Vereins extra ins Studio gefahren war, um den Song fürs Kinderfest aufzunehmen. In dem für die Veranstaltung maßgeschneiderten deutsch-türkischen Lied wird dem Zuhörer deutlich gemacht, wie wichtig Kinder für die Welt sind. Die junge Truppe des Mosaik-Vereins zeigte später mit türkischen Volkstänzen auch, dass sie sich ebenso gut bewegen kann.

Die Kleinsten, die sich am Samstagnachmittag auf die Bühne trauten, waren die Mädchen und Jungs der Kinderkrippe in Grünewört. Auch wenn manche Nachwuchstänzer vor Aufregung ihre Choreographie über den Haufen warfen, waren sie für die Zuschauer mit ihrem Bändertanz ein herzerwärmender Blickfang. Nahezu professionell präsentierte sich die Showtanz-Gruppe des Würzburger Tanzvereins "Leonida". Zwischen vier Auftritten stürmten die Tänzerinnen in die Umkleidekabine, um ihr Outfit zu wechseln. Was für Außenstehende aussehen mag, wie nervenaufreibender Stress, ist für die Mädchen ganz normal: "Für uns ist das schon Gewohnheit." Mit ihren russisch und türkisch inspirierten Darbietungen haben sie sogar schon mal bei einer Weltmeisterschaft den zehnten Platz belegt.

Modernere Musik und frische Choreographien zeigten die Gruppen der Tanzschule "Physical Funk". Für ihre Hiphop-Nummern und bewundernswerten Breakdance-Fähigkeiten bekamen die Jungs und Mädchen einen großen Applaus.

Nicht schlecht staunten die Kinder, als die Zirkus-AG der Comenius-Realschule eine menschliche Pyramide nach der nächsten aufbaute. Auch der Turnverein Wertheim, die Tanz-AGs der Comenius-Realschule und der Grund- und Werkrealschule zeigten ihr Können: In verschiedenen Gruppen tanzten und turnten sie für die zahlreichen Besucher. Eine indische Tanzeinlage komplettierte das multikulturelle Treiben auf der Bühne.

Musikalisch abgerundet wurde der Nachmittag mit spanischen Klängen und dem Auftritt einer Gruppe des Mosaikvereins mit der Langhalslaute.

Durch das Programm führten die beiden jungen Moderatorinnen Özge Tülek und Yazemin Seker.

Oberbürgermeister Stefan Mikulicz lobte die Vorbereitungen für das Kinderfest, dass in seinen Augen jedoch auch den Titel "Familienfest" tragen könnte.

Auch außerhalb des Bühnengeschehens war viel geboten:: Für Energiegeladene gab es zwei Hüpfburgen, für Kreative eine Druck- und eine Marmorierstation und für Geduldige die Möglichkeit, sich schminken zu lassen oder einen geformten Luftballon in Form eines Pudels zu ergattern. Der Lautstärke in der Halle nach zu urteilen hatten alle Beteiligten einen großen Spaß und die Kinder nach ausgelassenem Toben höchstwahrscheinlich einen tiefen Schlaf.

 


 

Wertheimer Zeitung

 

 

Kinder schicken Friedensbotschaft an die Welt

Interkulturelles Leben: Integranz-Reihe startet mit sehr gut besuchtem Kinderfest in der Main-Tauber-Halle - »Gegenseitige Wertschätzung ist wichtig«

Wertheim Eine riesige Mehrzweckhalle, erfüllt vom Lachen vieler Kinder, erfüllt von internationaler Musik, Tänzen, pulsierendem Leben: Was der Mosaik-Verein federführend als Auftakt der diesjährigen Integranz-Reihe auf die Beine gestellt hat, hat viele beeindruckt. Beim zweiten internationalen Kinderfest sind am Samstag rund 1500 Menschen in die Main-Tauber-Halle gekommen, um für gut dreieinhalb Stunden gemeinsam zu feiern.

»Das sind noch einmal etwa 300 mehr als vergangenes Jahr«, freute sich Levent Akbulut, Vorsitzender des Wertheimer Mosaik-Vereins.
Döner, Tee und gute Laune
Am Essensstand dreht sich der Dönerspieß und verströmt einen leckeren Geruch, nebenan schenken Helferinnen türkischen Tee aus. Vor den beiden Hüpfburgen stehen Mamas und Papas, bepackt mit bunten Luftballon-Säbeln oder -Blumen und warten auf ihre Kinder, die auf den riesigen Luftkissen tollen. An der Schminkstation, dem Marmoriertechnikstand, bei der Druckwerkstatt der Stadtbücherei und beim Zauberclown, der Luftballons zu lustigen Tieren oder Gegenständen formt, bilden sich schon bald lange Schlangen. Geduldig warten die Kinder auf den Moment, an dem sie an der Reihe sind.
Währenddessen geht es auf der Bühne rund. Nachdem die Veranstalter und Ehrengäste ihre Grußworte gesprochen haben, die deutsche und türkische Nationalhymne verklungen ist und die Schirmherrin Bilkay Öney, Baden-Württembergs Integrationsministerin, mittels einer Videobotschaft von der Leinwand gegrüßt hat, gehört die Bühne denjenigen, für die das Fest ausgerichtet wurde: den Kindern und Jugendlichen verschiedenster Herkunft. Sie sind heute die Stars.
29 Punkte hatte das Programm vorgesehen, und es wird fast eine Punktlandung. Mit Tempo, aber ohne Hetze, wechseln sich Gruppen und Vereine auf dem Podium ab, wirbeln junge Tänzer über die Bretter oder stimmen mit einer instrumentalen Einlage auf dem türkischen Instrument Saz ganz melancholische Töne an. Rapper Fatizzle singt mit einigen Kindern den im vergangenen Jahr eigens aufgenommenen Song »23 Nisan«, wie auch der Titel des Kinderfestes lautet. Auf Mustafa Kemal Atatürk, Begründer der modernen Republik Türkei und deren erster Präsident, geht die Idee des Kinderfestes ursprünglich zurück.
Immer wieder fallen an diesem Nachmittag die Worte Frieden und Freundschaft. Die beiden Moderatorinnen Özge Tülek und Yasemin Seker erklären, dass das Fest eine Friedensbotschaft der Türkei an die Welt ist, Levent Akbulut spricht davon, das »Wir-Gefühl« stärken zu wollen, Ministerin Bilkay Öney nennt das »bessere Miteinander« und Oberbürgermeister Stefan Mikulicz betont, dass die Wertheimer »fair, offen und wohlwollend miteinander umgehen« sollen.
Bunte Trachten
Für das Integranz-Team ergreift Alex Schuck das Wort: »Die gegenseitige Wertschätzung ist wichtig. Das wollen wir auch mit der Integranz-Reihe verdeutlichen.«
Laut Levent Akbulut haben rund 40 Helfer das Fest auf die Beine gestellt. Da kleben bunte Papierblumen an den Hallenwänden, überall hängen Papierfähnchen mit Flaggen verschiedener Nationen, an den Tischen wurden wegen des Andrangs extra Stühle aufgestellt, die Plätze für die Jüngsten vor der Bühne sind ständig belegt. Die Kinder wedeln eifrig mit den Fähnchen und bestaunen die Tänze. Vor allem die Mädchen sind fasziniert von den bunten Trachten, die auf dem Podium zu sehen sind.
Ein Wiedersehen gibt es mit Tolga Temir, den viele aus seiner Zeit als türkischer Lehrer an der Grund- und Werkrealschule Alte Steige kennen. Er ist eigens aus der Türkei eingeflogen. Gemeinsam mit den türkischen Lehrern Sitki Koc und Cumali Sayugüzel spricht er die vielen Gäste in ihrer Landessprache an.
Menschen aus rund 80 Nationen leben in Wertheim. Zwar waren vermutlich nicht alle vertreten, aber an diesem Nachmittag wurde doch deutlich, wie bunt und vielfältig die Gesellschaft in der Main-Tauber-Stadt ist. Karin Hasenstab


 

 

 


Fränkische Nachrichten

 

 

 


 

 Wertheimer Zeitung

 


Zeitungsbericht  " Wertheimer-Zeitung "

Was ist los mit dem Bettgestell?

»Mosaik Wertheim«: Beim türkischsprachigen »Tiyatro Frankfurt« haben sich 150 Zuschauer prächtig amüsiert

 

Wertheim Die Verantwortlichen des Vereins »Mosaik Wertheim«, der bis vor kurzem noch unter dem sperrigen Namen »Verein türkischer Elternbeiräte« firmierte, waren am Sonntag zufrieden mit der Resonanz auf den ersten Theaterabend, den sie organisiert hatten.

 

Mit der Komödie »Hayrola Karyola«, was soviel bedeutet wie »Was ist los mit dem Bettgestell«, unterhielt am Sonntag das türkischsprachige »Tiyatro Frankfurt« rund 150 Besucher in der Aula Alte Steige«. Foto: Peter Riffenach

Auf Einladung der Organisation gastierte das türkischsprachige »Tiyatro Frankfurt« mit der Komödie »Hayrola Karyola«, was soviel bedeutet wie »Was ist los mit dem Bettgestell«, in der Aula Alte Steige.
Rund 150 Zuschauer amüsierten sich prächtig bei dem Stück des berühmten türkischen Schauspielers und Dramatikers Ferhan Sensoy, in dem ein gestohlenes Bettgestell zum Dreh- und Angelpunkt wird.
Auch wenn die Schauspieler um Hauptdarsteller, Regisseur und Produzent Kamil Kellecioglu nur Türkisch sprechen, wäre das Schauspiel durch die Gestik, Mimik und die musikalische Begleitung auch für deutschsprachige Zuschauer durchaus interessant gewesen. Allerdings haben sich an diesem Nachmittag keine Deutschen in die Aula »verirrt«. Obwohl: »Eigentlich bin ich ja auch Deutscher«, erklärt der Vorsitzende des Vereins Levent Akbulut.
Das 15-köpfige Ensemble, das ausschließlich aus Laienschauspielern im Alter zwischen 15 und 50 Jahren besteht, wirft in kurzen Sequenzen sarkastisch-ironische Schlaglichter auf die Ehe, problematische Beziehungen und finanzielle Probleme.
Da ist das alte Ehepaar Yildiz und Arif, das sich das Leben gegenseitig zur Hölle macht. Seval und Hüseyin sind zwar verliebt und wollen heiraten, doch ihre unterschiedlichen finanziellen Erwartungen lassen Zweifel aufkommen. Auch der Wachtmeister, dessen Frau unbedingt ein richtiges Bett möchte, gerät in einen Gewissenskonflikt, als er den Dieb des Gestells stellt. Außerdem geraten der Kommissar und eine Dame eher zufällig in die Verwicklungen der Beteiligten. Kellecioglu, der 2003 das Theater gründete, studierte Theaterwissenschaften und leitete eine Radiosendung in der Türkei. Seit 20 Jahren ist er in Deutschland und versucht mit seinen Ensemblemitgliedern, die neben ihrem Hobby Schüler, Studenten und Pädagogen sind oder wie Kellecioglu am Flughafen arbeiten, seinen Landsleuten die Kunst und das Theater näher zu bringen. Das glückte dem vor Spielfreude strotzenden Team in Wertheim auf begeisternde Art und Weise. Entsprechend groß war der Beifall am Ende der Aufführung.
Besucher aus vielen Regionen
»Ich bin sehr zufrieden mit dem Besuch und mit den großen Kreisen, die unsere Initiative gezogen hat«, sagte der 33 Jahre alte Vorsitzende. Besucher kamen aus den Regionen Mosbach, Würzburg und Kitzingen nach Wertheim, um das Theaterstück zu sehen. »Es wäre natürlich viel einfacher gewesen einen türkischsprachigen Film zu zeigen, aber wir wollen unseren Mitgliedern, die nicht nach Frankfurt fahren können oder wollen, auch das Theatererlebnis ermöglichen«, sagte Akbulut. Er kündigte an, dass bereits Planungen für weitere Veranstaltungen laufen.
So wolle man den Buchautor Latif Celik einladen, der sich in seinen beiden bisher erschienenen Büchern »Türkische Spuren in Deutschland« und »Deutsche Spuren in der Türkei« mit den Beziehungen der beiden Länder beschäftigt. Mit seinen Arbeiten möchte der promovierte Historiker zur Völkerverständigung und Integration beitragen.
»Ein Anliegen, das uns ebenfalls sehr am Herzen liegt«, so der Vorsitzende, der mit seinen knapp 100 Vereinsmitgliedern türkischstämmigen Kindern und Eltern dabei helfen möchte, schulische Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen. »Wichtig ist uns aber auch, die Kinder mit der türkischen Kultur vertraut zu machen.« Und dazu hat das »Tiyatro Frankfurt« am Sonntag sicher einen wichtigen Beitrag geleistet.


Peter Riffenach


 

 

 


 

Wertheimer Zeitung